Aktuelles & Blog

Herzlich Willkommen! 

 

Hier finden Sie Aktuelles aus der Zukunftsschusterei. Zusätzlich können Sie dem Smart City Modellprojekt Zukunftsschusterei Bad Belzig & Wiesenburg (Mark) über unsere Facebook-Seite folgen. 

 

Vitale Innenstadt - Unsere Stadt der Zukunft

Eine vitale oder besser lebendige Innenstadt für die Kur- und Kreisstadt Bad Belzig, das wünschen sich viele Bürgerinnen und Bürger. Denn ein Stadtzentrum mit einem pulsierenden Leben spricht allgemein für Attraktivität und Wohnqualität. Vor diesem Hintergrund sollen nun die Bürger um ihre Meinung gefragt werden, wie sie sich ihre Stadt der Zukunft wünschen.  „Städte sind die lebensnotwendigen Ankerpunkte in einer Region. Die Innenstädte sind das Zentrum, das pulsierende Herz. Von der Beteiligung unserer Bürgerinnen und Bürger erwarten wir uns, dass wir die Interessenlagen aller Beteiligten in den Prozess einfließen lassen können“, beurteilt Bad Belzigs Digitalisierungsbeauftragter Frank Friedrich. Auf der Beteiligungsplattform von Bad Belzig können Bürgerinnen und Bürger daher bis 23. Januar aktiv am Abstimmungsprozess teilnehmen.

 

Das Geschäftsleben in der Bad Belziger City wird zuweilen unterschiedlich wahrgenommen. An den Markttagen – gewöhnlich am Dienstag und Donnerstag – lässt sich ein vielfach ein reges Leben feststellen. Die Markttage ziehen wöchentlich die Menschen förmlich in die Innenstadt, ob zu Fuß, mit dem Rad, dem öffentlichen Personennahverkehr oder mit dem Auto.

 

Die Leute schlendern zu den Markttagen an den bis zu 15 Ständen der Händler vorbei, machen ihre Besorgungen in den Ladengeschäften, halten ein Schwätzchen mit Bekannten und verknüpfen ihre hiesige Stippvisite mit einem Besuch beim Arzt oder in den Verwaltungen. Dabei finden die Menschen ein durchaus reichhaltiges Geschäftsleben vor, u.a. kleine Modeläden, Miederware, Bäcker, Frisöre/Barbier,  Uhren/Schmuck, Teeladen, Schneiderei/Bügelstube, Fleischer, Eisenwaren/Kunstgewerbe, Sanitätshaus, Postfiliale, Fahrradladen, Optiker, Drogerie, Gardinen/Stoffe, Notar, Schreibwaren, Obst/Gemüse, Rundfunk/Fernsehen, Reisebüro, Buchladen, Töpferei, Blumen, Küchenstudio, Schuhe, Wolle und freilich Banken, Versicherungen und Krankenkassen. Der eine oder andere Imbiss (Italiener, Döner, Japan/Vietnam Food) ist in der Stadt auch etabliert.

 

Schwieriger wird es schon bei Gaststätten und Restaurants. An etablierten Lokalen finden sich der „Alter Brauhof“ (Benke), Restaurant/Hotel „Burg Eisenhardt“  und das Burgbräuhaus, die begrenzte Fremdenzimmer vorhalten, und das Eiscafè Franke sowie das Seecafè. Zudem gibt es fünf Lokale, die Spezialitäten aus der Welt bieten. Nach dem Bummel auf dem Markt und der Innenstadt, in der gut 80 Handels- und Serviceeinrichtungen etabliert sind, müssen die Besucher anschließend auch den Weg in die Peripherie einplanen, dorthin, wo sich die  sechs Lebensmittel-, je ein Getränke- und Möbelmarkt sowie zwei Baumärkte und zwei Tankstellen befinden.

 

Ein Blick in die Geschichte zeigt, dass 1990 Belzig unter den Städten des gleichnamigen Kreises die meisten selbständigen Handwerksmeister aufzuweisen hatte – 215 Handwerksbetriebe mit 200 Gesellen und 58 Lehrlinge.

Eine nichtamtliche Zählung aus dem Jahr 1902 nennt in Belzig folgende Handwerker:29 Schuhmacher, 14 Schneider, 12 Tischler, 8 Bäcker, 2 Bäcker und Konditoren, 10 Schlächter, 6 Gerber, 4 Gärtner, 5 Töpfer, 9 Weber, 5 Pantoffelmacher, 5 Zigarrenmacher, 4 Uhrmacher, 4 Hut- und Mützenmacher, 2 Dachdecker, 2 Drechsler, 2 Strumpfwirker, 4 Schlosser, 3 Buchbinder, 3 Klempner, 1 Handschuhmacher, 4 Seiler, 2 Korbmacher, 1 Schornsteinfeger, 1 Kupferschmied, 4 Böttcher, 5 Sattler, 2 Schmiede, 5 Stellmacher, 5 Barbiere, 1 Bürstenbinder, 1 Buchdrucker, 6 Maler, 4 Müller, 1 Messerschmied, 1 Brunnenmacher, 1 Nagelschmied, 1 Kürschner, 1 Dammsetzer, 1 Seifensieder, 2 Glaser, 1 Fotograf, 1 Schleifer, 1 Peitschenmacher, 2 Maurermeister, 2 Ziegelmacher. (aus „Bilder aus Belzigs und Sandbergs Vergangenheit und Gegenwart“, s. 127 f.)

 

Wie sich zeigt, war die Innenstadt Bad Belzigs oder damals Belzigs äußerst belebt. Viele Handwerksbetriebe und Geschäfte mussten zumachen - unter anderem auch, weil ihre Produkte und Waren mit der Zeit überholt wurden. An diesem Punkt möchte die Zukunftsschusterei und das Bündnis für Bad Belzig mit Ihnen ansetzen: Wir möchten mit Ihnen herausfinden, welche Veränderungen und Angebote die Stadt wieder so belebt machen würden, wie sie es einmal war - mit den Wegen und Mitteln der Digitalisierung und neuer Technologien.

 

Weitere Informationen zum Team von "Unsere Stadt der Zukunft" finden Sie im Bereich Smart City => Unsere Stadt der Zukunft => Über uns & Team oder im Pressebereich der Zukunftsschusterei.

 


Jahresende, Weihnachtsmärchen & Mitmachaktion

Das Jahr 2021 neigt sich dem Ende zu. Das ist für das junge Team der Zukunftsschusterei in Bad Belzig nach 3 Monaten Grund genug, ein kurzes Resümee zu ziehen. “Ich denke, unser Start ist uns trotz einiger Hürden gut gelungen. Im neuen Jahr freuen wir uns vor allem darauf, mit Politik und Wirtschaft in engeren Austausch zu treten“, sagt Konrad Traupe vom Smart City Projekt. „Wir haben uns den BürgerInnen vorgestellt und kommen mit ihnen nach und nach in Kontakt, um ihnen digitale Projekte näher zu bringen und sie mit ihnen passgenau weiter zu entwickeln“, ergänzt Sophie Hausig. Sie gehört wie Felix Hartenstein und Konrad Traupe zum Smart-City-Team – der Schnittstelle zwischen BürgerInnen und der angestrebten Digitalisierung in Bad Belzig und Wiesenburg.

 

Erklärtes Ziel ist es, die Region in den kommenden Jahren weiterzuentwickeln und die Lebensqualität beizubehalten oder sogar zu steigern. Dazu ist es wichtig, mit den Bürgerinnen und Bürgern in der Stadt und den Dörfern ins Gespräch zu kommen. Sie sollen sagen, was im Fläming fehlt und was sie sich wünschen. Das Team der Zukunftsschusterei nennt es Bürgerbeteiligung, die im Rahmen diverser Stadtentwicklungsprojekte und dem Smart City Modellprojekt fest eingebunden ist.

 

Eine neue Umfragen-Funktion gibt es schon, die in der längst bekannten Bad Belzig App aufgerufen werden können. Machen Sie mit und bleiben Sie mit uns im Gespräch!

 

In dem Sinne wünscht das Team der Zukunftsschusterei frohe Weihnachten und ein erfolgreiches Neues Jahr!

Ihre Sophie Hausig, Konrad Traupe und Felix Hartenstein

 

Für die Zeit zwischen den Feiertagen empfiehlt die Zukunftsschusterei ein hübsches Weihnachtsmärchen „Vom Schuster und den Kobolden“. Viel Spaß!

 

23.12.2021 - redaktionell werden wir verstärkt von Gunnar Neubert. 

Mitmachaktion Zukunftsschusterei

Es war einmal ein sehr armer Schuhmacher, sehr arm, der Tag und Nacht arbeitete, um sein Haus zu führen. Seine Frau hatte keinen Job und sie hatten keine Kinder. Der Schuhmacher verkaufte immer weniger Schuhe. Es war Weihnachten und es war kalt, und ihm ging das Geld aus, um Leder zu kaufen und weiter zu arbeiten.

 

'Dies ist mein letztes Paar Lederriemen - sagte er traurig zu seiner Frau - Morgen werde ich mein letztes Paar Schuhe fertig machen. Wenn ich sie nicht gut verkaufe, habe ich nicht das Geld, um mehr Leder zu kaufen.'

 

Der Schuhmacher ging schlafen. Aber in dieser Nacht passierte etwas Unglaubliches. Sobald die Uhr 12 schlug, erschienen zwei kleine Kobolde wie von Zauberhand im Haus des Schuhmachers. Sie waren nackt und ihm war kalt. Sie sahen die Lederstreifen auf dem Tisch, aber anstatt sie zum Warmhalten zu verwenden, begannen sie, Schuhe für den Schuhmacher zu nähen. Seine Hände waren klein und die Stiche sehr fein. Sie haben es geschafft, die perfektesten Schuhe fertigzustellen, die jemals jemand gemacht hatte.

 

Als der Schuhmacher aufwachte, sah er das Paar Schuhe auf dem Tisch. Er konnte nicht glauben, was er sah. Er rief seine Frau an und zeigte ihr das Wunder. Es waren die perfektesten und elegantesten Schuhe, die er je gesehen hatte. Sobald er sie ins Fenster stellte, kam ein Mann herein und kaufte sie zu einem sehr guten Preis. Dank dieses Geldes konnte der Schuhmacher mehr Leder kaufen, um mehr Schuhe herzustellen. Und in dieser Nacht wiederholte sich die Geschichte. Die Kobolde erschienen um 12 Uhr und nähten wieder zwei Paar Schuhe.

Und so verging ein Tag und ein anderer und ein anderer. Seine Schuhe waren die besten, und der Schuhmacher gewann schnell eine Gruppe wohlhabender und wertschätzender Kunden, die seine Arbeit bewunderten.

 

Aber der Schuhmacher wollte wissen, was jede Nacht passiert ist. Seine Neugier ließ ihn einen Tag warten, der hinter einem Sessel versteckt war. Dann sah er alles. Um 12 Uhr tauchten die Kobolde wieder auf, nackt und erfroren. Der Schuhmacher sah sie erstaunt an und war traurig. Am nächsten Tag erzählte er seiner Frau davon und die beiden beschlossen, Kleider und winzige Schuhe für die Kobolde vorzubereiten. Es war Heiligabend. Sie ließen sie auf dem Tisch und gingen schlafen. Die Elfen erschienen wie jede Nacht um 12 Uhr und entdeckten aufgeregt die Kleider und die Schuhe.

 

"Es wird für uns sein!", freuten sie sich.

 

Sie zogen sich schnell die Kleider an. Danach auch ihre Schuhe und gingen sehr glücklich und dankbar ihres Weges während sie sangen:

 

"Endlich sind wir elegante Elfen".

 

Der Schuhmacher und seine Frau freuten sich sehr, dass die Kobolde, die jetzt Elfen waren, ihr Geschenk angenommen hatten. Sie sahen sie nicht wieder, aber der Schuhmacher war nie ohne Kunden.

 

Quelle: 

Der Schuhmacher und die Kobolde. Weihnachtsgeschichte für Kinder - Werte - 2021


Mitmachaktion an der Zukunftsschusterei

So wie sich der Schuhmacher und seine Frau über die Schuhe freuen, würden wir uns über Ihre Teilnahme an unserer Abstimmung online oder am Laden in der Magdeburgerstraße 5 freuen! Es liegen Klebepunkte bereit, um für das Logo der Zukunftsschusterei abzustimmen. Parallel zur Abstimmung vor dem Laden kann auch online in der Bad Belzig App abgestimmt werden.  

 

Zukunftsschusterei in historischen Gemäuern 

Schuhmacherei Piepert

12.12.2021 - Die Zukunftsschusterei hat sich an einem geschichtsträchtigen Standort etabliert. Das Haus in der Magdeburger Straße 5 ist vielen Belzigern als Schuhmacherwerkstatt Piepert bekannt. Immerhin drei bzw. vier Generationen übten hier das Handwerk aus. Zuletzt waren es Wilhelm und Kurt Piepert, die das Handwerk an ihre Söhne weitergaben. Jedoch hatte Konrad Piepert eine Tochter, die sich anders orientierte und sich heute noch gut an die Schuhmacherwerkstatt ihres Vaters erinnert. Immerhin hat Birgit Bein als kleines Mädchen ihre Hausaufgaben in dem Raum gemacht.

 

Den Überlieferungen nach soll es am Standort zwei Häuser gegeben haben. Nach einem Brand 1916/1917 wird auf dem Grundstück ein Haus errichtet. Unten befand sich die Schuhmacherwerkstatt, im oberen Stockwerk eine Weißnäherei. Dort wurde Leinen, Batist und Seide genäht und bestickt  Tischtücher und Bettwäsche trugen kunstvoll gearbeitete Muster, jedes Loch wurde mit der Hand umnäht, damit der Stoff nicht ausfranst.

Einer Grundbuchakte im Brandenburgischen Landeshauptarchiv Potsdam (Belzig/Blatt 107) lässt sich entnehmen, dass in dem Haus Magdeburger Straße 5 meist das Handwerk zu Hause war. So wird zuerst Tischler Ferdinand Tau erwähnt, 1829 kauft Schuhmachermeister Christian Haberland für 350 Thaler Kurant das Anwesen. Schlächtermeister August Friedrich Müller musste schon 475 Thaler zahlen, um in den Besitz des Hauses zu kommen. Der Wert der Immobilie stieg weiter an, sie unterlag 1869 einer Subhastation (Zwangsversteigerung). Handelsmann Karl Ernst Knorr zahlt seinerzeit 600 Thaler. 1881 wechselt das Haus gleich zweimal seinen Besitzer. Zuerst ging es an Handelsmann Knopf, wenig später an Kaufmann Adolf Müller zu Lüsse.

 

Schon zwei Jahre später zieht Schuhmachermeister Traugott Benke mit Ehefrau Emilie geb. Hannemann ein. 1885 ist Schuhmachermeister Wilhelm Piepert vor Ort. Er übernimmt das Haus nach einer Insolvenz. 1919 ist Schuhmachermeister Robert Piepert genannt und muss ein Altenteil für Wilhelm und Martie geb. Ziehm gewährleisten.

Ausstellung_1892
Schuhmacher Piepert

In der heutigen Zeit sind Schuhmacher und Schuster zwei gängige Bezeichnungen für ein und denselben Handwerker. Schuhmacher ist die offizielle Berufsbezeichnung. Der ehrenwerte Handwerker besteht zuweilen darauf, Schuhmacher genannt zu werden. Denn das Verb „schustern“ bekam schon vor Jahrhunderten die umgangssprachliche Bedeutung Pfuscharbeit zu machen, besonders in zurechtschustern und zusammenschustern.

 

Hingegen kümmert sich ein Schuhmacher hauptsächlich um Schuhreparaturen: Er ersetzt bei einer Bodenreparatur Sohlen, Schuhspitzen und Absätze, bei der Schaftreparatur Reißverschlüsse, Ösen, Haken, Innenfutter, Schnürsenkel, Laschen und Riemen. Die Spezialisten entfernen auch Flecken und Verfärbungen und kümmern sich um Löcher und defekte Nähte. Die hohe Kunst des Handwerks besteht in der Anfertigung von gutem Schuhwerk, das viel Zeit, Liebe und Präzision erfordert. Handgenähte Schuhe lassen sich an den Doppelnähten erkennen.

Das benötigte Handwerkszeug des Schuhmachers hat sich seit Jahrhunderten kaum verändert. Es wurde lediglich durch rationeller arbeitende Maschinen ergänzt. In der Museumsscheune Dahnsdorf bewahrt Roland Strehle das ursprüngliche Werkzeug eines Belziger Schuhmachers für nachfolgende Generationen auf. „Würde sich ein Nachfolger finden, könnte er bei mir die Schürze umbinden und sofort sein Handwerk aufnehmen“, meint der leidenschaftliche Sammler.

 

In der Museumsscheune Dahnsdorf findet sich der Schusterhammer für Klopfarbeiten, eine Beißzange zum Rausziehen der Zwicknägel, eine breite Zwickzange zum Ziehen des Schafts über den Leisten, Kneipmesser zum Beschneiden der Sohlen und Absätze, ein Wetzstein zum Schärfen des Kneip, Rissöffner zum Freimachen des Schnitts in der Sohle), eine Querahle zum Vorstechen der Bodennahtlöcher, Stahl- und Schweinsborsten als Nähnadeln, ein Aufrauer für die Vorbereitung der Klebflächen und sogar ein Stiefelknecht.

Und in jedem Fall erinnert Roland Strehle den Besucher an die Redewendung: „Schuster, bleib bei deinem Leisten!“

Schusterwerkzeuge
Zukunftsschusterei

Zukunftsschusterei feiert Eröffnung

Bad Belzig - 21. Oktober 2021 - Das Smart City-Büro für Bad Belzig und Wiesenburg feierte am 21. Oktober seine Eröffnung. Auf dem Marktplatz, wenige Schritte von der “Zukunftsschusterei” entfernt, konnten sich Bürgerinnen und Bürger zum aktuellen Stand des Projektes informieren und ihre Vorschläge für eine lebenswerte Region einbringen. 

 

Die fortschreitende Digitalisierung wirkt sich auch in Bad Belzig und Wiesenburg auf alle Lebensbereiche aus. Stadt, Gemeinde und Ortsteile wollen den digitalen Wandel mitgestalten und die damit verbundenen Chancen nutzen. Dabei stehen die beiden Kommunen vor der Aufgabe, die digitalen Möglichkeiten im Sinne einer nachhaltigen und integrierten Regionalentwicklung zu einzusetzen und dabei an den Interessen der Gemeinschaft zu orientieren. 

 

Seit Januar 2021 werden Bad Belzig und Wiesenburg vom Bundesministerium des Innern, für Bau und Heimat (BMI) als “Modellprojekt Smart Cities” gefördert. Die Laufzeit beträgt sieben Jahre. Die ersten beiden Jahre sind für die Erstellung einer Digitalisierungsstrategie vorgesehen. Unter Mitwirkung der Bürgerinnen und Bürger werden hierzu Vorschläge und Ideen gesammelt, wie die Region im Hinblick auf die voranschreitende Digitalisierung gemeinwohlorientiert weiterentwickelt werden kann. Ab Januar 2023 beginnt dann die fünfjährige Implementierungsphase, in der die zuvor erarbeiteten Ziele und Maßnahmen in die Tat umgesetzt werden. Insgesamt stehen für das Projekt rund 6 Millionen Euro zur Verfügung. 

 

Seit Anfang September komplettieren Sophie Hausig und Konrad Traupe das Smart City-Team. Beide bringen jede Menge Erfahrung im Bereich Außendarstellung und Öffentlichkeitsarbeit mit. Zu ihren ersten Aufgaben gehört die Erstellung einer Kommunikationsstrategie: Das Smart City-Projekt soll eine eigene Webseite und Auftritte in den sozialen Medien bekommen. Informationsmaterial wie Poster und Flyer sind ebenfalls in Vorbereitung. 

 

„Für uns steht bei der Smart City nicht die Digitalisierung im Vordergrund“, sagt Projektleiter Felix Hartenstein. „Wir fragen uns vielmehr, wie die Menschen die Region in den kommenden Jahren so weiterentwickeln können, dass sie ihren hohen Grad an Lebensqualität beibehält und möglicherweise noch steigern kann. Erst im zweiten Schritt suchen wir nach Möglichkeiten, diesen Prozess mit digitalen Werkzeugen und neuen Technologien zu unterstützen.“   

 

Für das kommende Jahr ist ein umfangreicher Beteiligungsprozess geplant. Neben den beiden Kernstädten Bad Belzig und Wiesenburg sollen auch alle 28 Ortsteile mit eingebunden werden. Dabei möchte sich das Smart City-Team nicht nur auf Online-Befragungen verlassen, sondern vor Ort mit den Menschen ins Gespräch kommen. “Unter anderem wollen wir gerne ein ‘Mitmach-Mobil’ anschaffen, das wir als fahrbare Informationszentrale und Erlebnisstation nutzen können”, erklärt Sophie Hausig. 

 

Für das Projektbüro ist bereits ein neuer Name gefunden: Die “Zukunftsschusterei” befindet sich in der Magdeburger Straße 5, gleich hinterm Rathaus. Der Name knüpft an die früheren Besitzer an. In dem Ladengeschäft war über drei Generationen die Schuhmacherei der Familie Piepert ansässig. Nun will das Smart City-Team hier mit den Menschen aus Bad Belzig und Wiesenburg Szenarien für eine lebenswerte Zukunft entwerfen und daran mitwirken, dass “ein Schuh draus wird”.  

 

Bei der Eröffnungsfeier hatten alle Interessierten bereits die Möglichkeit, bei sogenannten “Barcamps” ihre Themenvorschläge einzubringen und zu diskutieren. “Für die kommenden Monate planen wir noch viele weitere Mitmach- und Teilhabeaktionen, unter anderem mithilfe von Online-Werkzeugen”, verrät Konrad Traupe. “Und in der Zukunftsschusterei stehen wir für alle Fragen und Anregungen rund um das Smart City-Projekt zur Verfügung”.